Juni 2026
Linda Arakilyan: «Wirksame Unterstützung entsteht in den kleinen, alltäglichen Momenten.»
Mich motiviert besonders die Möglichkeit, meine langjährige Erfahrung in der Sozialpsychiatrie mit einer sinnstiftenden Leitungsaufgabe zu verbinden. Seit vielen Jahren arbeite ich sowohl fachlich als auch in Führungsfunktion mit Menschen mit psychischer Beeinträchtigung. Dieses Feld stellt für mich eine Berufung dar, der ich mit Begeisterung nachgehe.
Die Ausschreibung des VESO hat mich sofort angesprochen. Als ich mich näher mit der Organisation beschäftigt habe, hat mich besonders ein Imagefilm der Tagesstätte Eulach sehr berührt: Eine Klientin sprach darin mit grosser Dankbarkeit über die wertschätzende und zugewandte Begleitung, die sie dort erlebt. Diese Authentizität und die spürbare Orientierung an den Bedürfnissen der Klientinnen und Klienten, die sich im Bewerbungsprozess klar bestätigten, haben in mir den Wunsch geweckt, Teil einer solchen Institution und Teil des Teams zu werden, von dem die Klientinnen und Klienten so wertschätzend sprechen.
Die Kombination aus Führung, der Vertiefung und Weiterentwicklung von Beschäftigungsangeboten (sei es in den Tagesstätten oder beim VESO Radio Schrägformat) und die Arbeit mit Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen sehe ich als sinnvolle und kreative Aufgabe. Mich reizt besonders, gemeinsam mit den Fachmitarbeitenden, den Klientinnen und Klienten Begegnungsräume zu gestalten, in denen sie sich willkommen fühlen sowie Entwicklung, Teilhabe und Selbstwirksamkeit möglich sind.
Meinen Führungsstil würde ich als kooperativ und partizipativ beschreiben. Mir ist es wichtig, die Fachmitarbeitenden aktiv einzubeziehen – im Sinne von mitdenken, mitreden und mitgestalten. Gute Lösungen entstehen dort, wo unterschiedliche Perspektiven gehört werden und Verantwortung gemeinsam getragen wird. Ein zentraler Aspekt meiner Führung ist das echte Interesse am Menschen. Ich möchte Rahmenbedingungen schaffen, in denen sich Fachmitarbeitende entfalten können, ihre Stärken einbringen und ihre Arbeit mit Freude und Engagement ausüben. Es motiviert mich, wenn jemand in seiner Rolle wächst und mit Begeisterung dabei ist.
In der Zusammenarbeit ist mir besonders wichtig, dass ein unterstützendes Miteinander gelebt wird – dass man füreinander da ist, sich gegenseitig stärkt und sich ehrlich über die Entwicklung der Kolleginnen und Kollegen freuen kann. Eine solche Kultur schafft Vertrauen und wirkt sich direkt auf die Qualität der Arbeit aus. Gleichzeitig lege ich Wert auf eine offene, wertschätzende und transparente Kommunikation sowie auf Klarheit und Verlässlichkeit im Handeln. Gerade im sozialpsychiatrischen Kontext ist es entscheidend, dass diese Haltung auch bei den Klientinnen und Klienten spürbar wird.
Eine zentrale Erkenntnis aus meinen Erfahrungswerten der vergangenen Jahre ist, dass wirksame Unterstützung oft nicht in den «grossen», hochprofessionellen Settings entsteht, sondern in den kleinen, alltäglichen Momenten. Zu Beginn meiner Karriere beging ich die typischen Anfängerfehler und war stark darauf fokussiert, besonders methodisch und fachlich perfekt zu arbeiten – Gespräche fanden vor allem im klassischen Setting statt. Mit der Zeit durfte ich auch mit Hilfe von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen lernen, dass die wirklich bedeutungsvollen Begegnungen häufig im gemeinsamen Tun entstehen: beim Spazieren, Einkaufen, Putzen, Kochen und Freizeitaktivitäten. Diese Erfahrungen haben meine Haltung nachhaltig geprägt. Für mich steht heute das echte, aufrichtige Interesse am Gegenüber und der jeweiligen Lebenswelt im Zentrum. Oft sind es kleine Gesten, ehrliche Zugewandtheit oder ein Moment von Mitgefühl, die mehr bewirken können als die perfekte Methode – weil sie Prozesse anstossen und Vertrauen schaffen. Ebenso orientiere ich mich am individuellen Tempo der Klientinnen und Klienten und verstehe sie als Expertinnen und Experten für ihr eigenes Leben. Wir Fachpersonen sind Wegbegleitende, die Raum für Entwicklung geben und punktuell Impulse setzen, ohne vorzugeben, was «richtig» ist. Diese Haltung – geprägt von Respekt, Geduld und echter Begegnung auf Augenhöhe – bildet für mich die Grundlage einer wirksamen und nachhaltigen professionellen Arbeit.
Ich gehe mit grossem Respekt und zugleich mit viel Vorfreude in diese neue Aufgabe. Die Verantwortung, die mit der Funktion verbunden ist, ist mir sehr bewusst – gleichzeitig motiviert mich die Möglichkeit, gemeinsam mit einem engagierten Team etwas zu gestalten. Die ersten Begegnungen mit den Fachmitarbeitenden waren für mich sehr positiv, und ich freue mich darauf, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aufzubauen, die eine klientenbezogene Aufgabenorientierung ermöglicht.
Ebenso freue mich darauf, die Klientinnen und Klienten, ihre Geschichten, ihre Persönlichkeiten und ihre individuellen Wege kennenzulernen. Ihre Perspektiven und Impulse sind für mich zentral, wenn es darum geht, Angebote weiterzuentwickeln und passgenau zu gestalten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für mich die Zusammenarbeit im Leitungsteam. Ich sehe darin eine grosse Chance voneinander zu lernen und gegenseitige, nachhaltige Impulse zu setzen, die zur Weiterentwicklung der Organisation beitragen.
Ich gehe mit einer offenen, positiven Haltung an den Start, mit dem Ziel, gemeinsam weiterzukommen.
Besonders Energie und Motivation geben mir die Klientinnen und Klienten. Die Begegnungen mit ihnen, ihre Entwicklungen und auch die kleinen Fortschritte im Alltag sind für mich erfüllend und sinnstiftend. Gleichzeitig schöpfe ich viel Energie daraus, dass ich meine Arbeit mit grosser Leidenschaft und Überzeugung mache. Ich bin gerne in diesem Feld tätig und bringe eine innere Begeisterung mit, die mich auch in anspruchsvollen Situationen trägt.
Vielen Dank für das Gespräch.
Wir freuen uns sehr über den Start von Linda Arakilyan beim VESO und wünschen ihr für ihre neue Aufgabe von Herzen alles Gute, viel Freude und gutes Gelingen. Herzlich willkommen, Linda!
Unserer bisherigen Leitung Beschäftigung Andrea Winkler danken wir herzlich für ihr grosses Engagement beim VESO seit Januar 2023. Liebe Andrea, du wirst fachlich wie menschlich allseits sehr geschätzt und hast den Bereich Beschäftigung in dieser Zeit nachhaltig geprägt – auch durch deine besondere Menschlichkeit und wertschätzende Haltung. Für deine neue Aufgabe als Leiterin der Ergotherapie an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PUK) wünschen wir dir von Herzen alles Gute und weiterhin viel Erfolg.