November 2025
Die Sendung «Schrägformat» wird bei Radio Stadtfilter in Winterthur produziert. Das Radiostudio ist ein quirliger Ort: Auf engem Raum finden ein Sitzungszimmer mit Küche, mehrere Computerarbeitsplätze und zwei Aufnahmestudios Platz – Mitglieder unterschiedlicher Redaktionsteams schwirren zwischen den einzelnen Räumen hin und her, die vollgepackt sind mit technischen Geräten – und natürlich läuft immer irgendwo ein Radio.
Donnerstagnachmittags gehört das Sitzungszimmer dem VESO Radio Schrägformat. Die Fachmitarbeitenden Gabriella, Thomas und René bereiten die Redaktionssitzung vor. Sie schaffen den Rahmen, geben die Struktur vor und stehen im engen Austausch mit den Teilnehmenden. «Welches Sendungsthema gewählt wird und die dazugehörenden Inhalte einer Sendung entscheiden die Fachmitarbeitenden und Teilnehmenden gemeinsam», erklärt Gabriella. Alle Redaktionsmitglieder haben einen 10%-Radiovertrag. Das schafft die nötige Verbindlichkeit, um hochwertige Sendungen produzieren zu können. «Oft wird unterschätzt, wie viel wir hier machen. Es geht nicht nur darum, Musiktitel auszusuchen», betont Gabriella. Die Teilnehmenden werden dazu befähigt, alle Produktionsschritte selbst auszuführen: von der Recherche über das Führen von Interviews bis zum Schreiben, Einsprechen und Schneiden der Beiträge. Etwa 100 Arbeitsstunden stecken in jeder Sendung.
Zebi ist schon früher eingetroffen und arbeitet konzentriert an seinem Beitrag. «Die grösste Herausforderung ist, die komplexen Inhalte so herunterzubrechen, dass sie für alle verständlich sind», erklärt er. Mit einer Stoppuhr überprüft er die Länge seines Texts und streicht noch ein paar Worte. Drei bis dreieinhalb Minuten darf ein Beitrag dauern.
Neue Mitglieder wie Jay werden über «Learning by Doing» eingeführt. Schon an seinem ersten Tag konnte er bei einem Interview mithören. «Wenn die Moderatoren sich versprochen haben, dann machten sie einfach eine kurze Pause und wiederholten den Satz.» Solche Versprecher werden später herausgeschnitten. «Das hat mich überrascht, aber es macht total Sinn!» Jay plant bereits seinen ersten Beitrag über Afantasie. Die Redaktion hat seinen Vorschlag sofort angenommen. Jay schätzt es, dass er ins kalte Wasser geworfen wird: «Wenn man immer an der Hand genommen wird, fördert das die Abhängigkeit. Hier jedoch bin ich von Anfang an eigenständig.»
Die Sendungen werden vorproduziert. So bleibt genügend Zeit, um die einzelnen Beiträge mit den Fachmitarbeitenden zu besprechen und offene Fragen zu klären. Das ist wichtig, denn oft werden auch persönliche Erfahrungen geschildert. Hier gilt es abzuwägen, wie viel man von sich selbst öffentlich preisgeben möchte.
Alle Räume sind nun mit Leben gefüllt: Arthur geht ins Studio, um seine Anmoderationen einzusprechen, an den Computern schneiden vier Redaktionsmitglieder ihre aufgenommenen Tonspuren. Im Sitzungszimmer diskutieren Jay, Thomas und René angeregt über TikTok und Social Media. Ob es vielleicht bald eine Sendung dazu gibt? Mit ihren Beiträgen eröffnen die Mitwirkenden von VESO Radio Schrägformat immer wieder neue Perspektiven – für sich selbst und für die Zuhörenden. Schalten Sie ein!
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