Februar 2026

Neue Leitung Wohnen per 1. Juli 2026

Daniela Dettling: «Ich freue mich sehr, wieder beim VESO zu arbeiten.» 

Am 1. Juli startet Daniela Dettling als neue Leiterin Wohnen beim VESO. Der Monat Juli dient als gemeinsame Übergabephase mit Tanja Sass, die Ende Juli aus dem VESO austritt und in Frühpension geht.

Daniela Dettling bringt über 25 Jahre Erfahrung in der Begleitung von Menschen mit psychischen Erkrankungen, Suchterkrankungen oder Doppeldiagnosen mit. Bereits von 2007 bis 2013 war sie beim VESO tätig – damals als Betreuerin und stellvertretende Leiterin im Valentina, später VESO Wohnen für Mutter und Kind.

Aktuell ist Daniela Dettling als Leiterin Betreuung und stellvertretende Institutionsleiterin bei der Stiftung Wohnheim Landhaus Sonne in Dürnten tätig. Neben ihrem Studium in Sozialpädagogik (FH) verfügt sie über diverse Weiterbildungen in Trauma- und Psychotraumatologie sowie ein CAS in Führung und Zusammenarbeit in Non-Profit-Organisationen.

Diego Farrér hat mit Daniela Dettling gesprochen. Im folgenden Interview erzählt sie von ihren Erinnerungen an den VESO, ihrer Motivation und ihren Ideen für die neue Aufgabe.

Du bist ja eine Wiederkehrerin beim VESO – welche besonderen Erinnerungen oder Gefühle verbindest du noch mit unserer Institution?

«Es fühlt sich tatsächlich ein wenig wie ein ‚Nachhausekommen‘ an. Dies liegt sicher auch daran, dass ich dem VESO in all den Jahren immer verbunden geblieben bin. Besonders beeindruckt hat mich dabei, mit welcher Konsequenz die Weiterentwicklung und Professionalisierung angegangen wurde, ohne dabei den menschlichen Aspekt aus den Augen zu verlieren.

Ich erinnere mich noch lebhaft an die Anschaffung der ersten Laser-Gravur-Maschine in der Werkstatt, die bei den Fachmitarbeitenden grosse Begeisterung und Ideenreichtum ausgelöst hat. Genau diese Begeisterungsfähigkeit habe ich beim VESO immer wieder erlebt: sei es bei innovativen Projekten wie dem VESO Radio Schrägformat, der Zusammenarbeit mit USM Haller oder der starken Identifikation der Bewohnenden und (Fach)Mitarbeitenden mit dem VESO.

Was mich damals wie heute beeindruckt, ist dieser besondere ‚VESO-Spirit‘: die tiefe Überzeugung, dass jeder Mensch ein Recht auf Teilhabe, einen Arbeitsplatz und ein würdevolles Zuhause hat. Diese Kultur der Wertschätzung und Offenheit schätze ich sehr. Deshalb freue ich mich ausserordentlich, in neuer Funktion zurückzukehren.»

Wie würdest du dich persönlich beschreiben?

«Ich sehe mich als eine ausgeglichene Brückenbauerin. Ich bin eine Person, die gerne wahrnimmt, zuhört und nachfragt. Und ich versuche, die verschiedenen Perspektiven zu verstehen, bevor ich entscheide und handle. In stürmischen Zeiten bleibe ich meist gelassen – das hilft mir, den nötigen Rundum-Blick zu behalten und den Fokus auf Lösungen zu legen. Eine gute und wertschätzende Zusammenarbeit in den verschiedenen Gremien und Settings ist mir sehr wichtig – nur gemeinsam kann die beste Lösung ihren Weg finden.

Neben meiner Sachlichkeit bringe ich immer wieder gerne eine Portion Humor mit. Professionalität und Herzlichkeit sind für mich keine Gegensätze, sondern die Voraussetzung, um die komplexen Herausforderungen in der Sozialpsychiatrie erfolgreich zu meistern.

Ich bin ein Mensch, der die Vielfalt der Welt ebenso liebt wie die stillen Momente. Meinen Ausgleich finde ich in der Natur – mal aktiv beim Wandern, mal beim Tauchen. Die Neugier auf das Unbekannte spiegelt sich auch in meiner Leidenschaft für das Reisen und das Erkunden neuer Kulturen wider. Genauso wichtig ist mir jedoch die Gemütlichkeit daheim, wo ich beim Lesen wunderbar entspannen und neue Energie sammeln kann.»

Welche Werte sind dir im Umgang mit Menschen und im Team besonders wichtig?

«In meiner neuen Rolle ist es mir ein Herzensanliegen, dass wir eine Zusammenarbeit pflegen, die von Menschlichkeit und gegenseitigem Rückhalt geprägt ist. Dabei lasse ich mich von Werten leiten, die mir sowohl beruflich als auch persönlich viel bedeuten.

Da ist zum einen das Vertrauen durch Klarheit: Mir ist eine offene und direkte Kommunikation wichtig. Ich möchte, dass sowohl die Bewohnenden als auch das Team spüren, woran sie bei mir sind. Transparenz schafft Vertrauen – auch und gerade dann, wenn wir einmal schwierige Entscheidungen gemeinsam tragen müssen.

Ebenso wichtig ist mir die Verlässlichkeit: Ich möchte eine Führungsperson und Partnerin sein, auf die man zählen kann. In der täglichen Arbeit ist es mir ein grosses Anliegen, nicht nur fachlich, sondern auch menschlich ansprechbar zu sein und das zu halten, was ich verspreche.

Schliesslich liegt mir viel an einer Kultur der Sicherheit, in der sich jeder Mensch wertgeschätzt fühlt. Fehler dürfen passieren – sie können wertvolle Lernmomente für alle sein. Ich wünsche mir, dass Bedenken und Ideen frei ausgesprochen werden können, ohne Sorge vor Bewertung. Nur wenn wir uns als Team gegenseitig tragen, entsteht der nötige Raum für Kreativität und Freude an der Arbeit.»

Am 1. August übernimmst du offiziell die Funktion Leitung Wohnen. Welche Gefühle, Gedanken und Ideen begleiten dich?

«In mir schwingt eine grosse Portion Vorfreude und Tatendrang. Ich freue mich riesig darauf, die Teams, die Bewohnenden und alle Fachmitarbeitenden persönlich kennenzulernen. Gleichzeitig begegne ich dieser verantwortungsvollen Aufgabe mit dem nötigen Respekt. Daher bin ich sehr dankbar, dass ich meiner Vorgängerin Tanja Sass einen Monat lang über die Schulter schauen darf.

Mein Fokus für die erste Zeit ist dabei ganz klar: Ich möchte ankommen, zuhören und verstehen. Mir ist es wichtig, erst einmal zu erfassen, was bereits gut läuft und wo wir gemeinsam ansetzen können, um den VESO weiterhin klientenzentriert und zukunftsfähig aufzustellen.

Gedanklich schlage ich natürlich bereits Brücken in die Zukunft. Mich bewegt die Frage, wie wir unsere Wohnangebote so weiterentwickeln können, dass sie ein Maximum an Selbstbestimmung ermöglichen und wie wir die interdisziplinäre Zusammenarbeit noch weiter stärken können. Mein Ziel ist es, nicht nur eine Funktion auszuüben, sondern als Teil des Teams die Zukunft des Wohnens beim VESO aktiv und gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu gestalten.»

Was möchtest du in deiner neuen Rolle beim VESO besonders bewegen oder weiterentwickeln?

«Die zwei vorher genannten Schwerpunkte liegen mir besonders am Herzen: die differenzierte Umsetzung der Selbstbestimmung und eine noch engere interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Ich möchte unsere Wohnangebote so weiterentwickeln, dass sie die Bedürfnisse der Bewohnenden individuell aufnehmen. Teilhabe soll im Alltag ganz konkret erlebbar sein – als ein Ort, der Eigenständigkeit fördert und gleichzeitig die nötige Struktur und Geborgenheit bietet.

Im Team möchte ich den Raum für gemeinsame Gestaltung weiter öffnen. Ich bin überzeugt, dass wir die Professionalität des VESO am besten stärken, wenn wir unsere unterschiedlichen Fachperspektiven ergänzend einbringen. Hier ist es entscheidend, dass wir uns gegenseitig tragen und mutig genug sind, innovative Wege zu gehen.

Ich freue mich darauf, die Zukunft des VESO mitzugestalten. Dabei wünsche ich mir, dass der besondere Geist der Wertschätzung in den Projekten und jeder Begegnung spürbar bleibt. Der VESO soll weiterhin ein Ort sein, an dem Menschen nicht nur wohnen oder arbeiten, sondern sich wahrhaftig angekommen fühlen.»

 

Liebe Daniela
Ich danke dir für das Gespräch und freue mich sehr über deine Rückkehr zum VESO. Für den Abschluss deiner aktuellen Arbeit bei der Stiftung Wohnheim Landhaus Sonne wünsche ich dir alles Gute und freue mich schon auf die Zusammenarbeit mit dir im neuen Team.